WO KEINE GÖTTER SIND, WALTEN GESPENSTER.
Novalis
Alles beginnt mit einem Essay im Magazin der Süddeutschen Zeitung. Ende März 2023 veröffentlicht SZ-Autor Tobias Haberl einen Beitrag, in dem er über seinen Glauben schreibt – „Unter Heiden“, lautet die Überschrift. Der Text löst ein großes Echo aus – und motiviert den Autor, ein Jahr später ein Buch mit diesem Titel vorzulegen. Er habe schon länger mit dem Gedanken gespielt, aber immer wieder gezögert, schreibt er im Vorwort. Denn: „Irgendwie fühlte ich mich nicht befugt: Erstens gibt es schon viele Bücher frommer Laien. Und zweitens, so fromm bin ich auch wieder nicht.“
Gut, dass Tobias Haberl seine Zurückhaltung überwunden hat! Denn ihm ist ein „modernes Glaubensbekenntnis“ (Florian Illies) gelungen. Es ist eine persönliche Auseinandersetzung mit dem christlichen Glauben und mit Erfahrungen in einer säkularen Gesellschaft. „Ich glaube, dass der moderne Mensch darunter leidet, dass er seinen Glauben verloren hat, ohne dass er es merkt. Ich glaube, dass er sein Glück in falschen Dingen und an falschen Orten sucht. Ich glaube, dass wer Sehnsucht nach etwas hat, das er sich nicht erklären kann. Um ihm zu zeigen, was das sein könnte, habe ich dieses Buch geschrieben“, so Haberl. Viele Menschen wüssten nicht mehr, wofür Christen beten und worauf sie hoffen. Sie reduzierten die Kirche auf den Missbrauchsskandal und ließen die strahlende Seite des Glaubens, den Trost und die Hoffnung unter den Tisch fallen.
Tobias Haberl beobachtet, dass die Diskussion sich darauf konzentriert, wie sich die Kirche verändern muss, um zukunftsfähig zu sein. Sein Buch hingegen beantwortet die Frage, was das 21. Jahrhundert von gläubigen Menschen lernen kann. Wie kann der Glaube eine verunsicherte Gesellschaft von ihrer Angst und Atemlosigkeit befreien? Und was kann uns noch Hoffnung geben?
Diese und viele weitere Fragen stehen im Mittelpunkt der Veranstaltung mit Tobias Haberl, zu der wir herzlich in das Schloss Tutzing einladen!
Pfr. Udo Hahn
Direktor der Evangelischen Akademie Tutzing